Aug 24, 2019 4:00 PM

Bundeswirtschaftsminister Altmaier besucht thyssenkrupp Bilstein Werk in Mandern

  • Geschäftsführung gibt Einblicke in die aktuelle Entwicklung des Produktionsstandortes
  • Investitionen in hochautomatisierte Produktionsanlagen erhöhen die Wettbewerbsfähigkeit
  • Neue Digitalisierungs- und Industrie 4.0-Lösungen vorgestellt

Peter Altmaier, Bundesminister für Wirtschaft und Energie, hat heute das Werk von thyssenkrupp Bilstein in Mandern besucht. Vor Ort wurde er vom Vorstand des Automobilgeschäfts bei thyssenkrupp, Dr. Karsten Kroos, und der Geschäftsführung von thyssenkrupp Bilstein über die aktuelle Entwicklung des Zulieferstandortes informiert. Auf dem Programm standen auch Gespräche mit Mitarbeitern und Auszubildenden des Stoßdämpferherstellers. Der Besuch fand im Rahmen der Sommertour des Trierer Bundestagsabgeordneten Andreas Steier statt. Neben MdB Steier wurde der Bundesminister bei dem Termin auch von Landrat Günther Schartz, den Landtagsabgeordneten Bernd Henter und Arnold Schmidt sowie dem Manderner Ortsbürgermeister Tim Kohley (alle CDU) begleitet.

„Der Standort Mandern ist einer unserer größten und renommiertesten Zulieferstandorte in Deutschland. Seit 1956 werden hier Stoßdämpfersysteme hergestellt. Um in einem immer härter werdenden Wettbewerb bestehen zu können, setzen wir verstärkt auf die Digitalisierung der Produktion, Produktinnovationen und die Aus- und Weiterbildung unserer Mitarbeiter“, erläutert Dr. Karsten Kroos, CEO der Autozuliefersparte von thyssenkrupp. In den letzten drei Geschäftsjahren hat thyssenkrupp rund 20 Millionen Euro in den Produktionsstandort in Mandern investiert, vor allem in neue Maschinen, Prozessoptimierung und Industrie 4.0-Anwendungen sowie in die Weiterentwicklung von stufenlos verstellbaren Dämpfern mit Stahl- und Luftfederung.

Bei der Werksführung konnte sich Bundesminister Altmaier ein Bild über die neuesten Entwicklungen in der Produktion machen. So setzt der Standort zum Beispiel modernste 3D-Druck-Verfahren ein, um Ersatzteile für den Maschinenpark selbst herzustellen. Das verringert Ausfallzeiten und steigert die Produktivität der Anlagen. Zudem arbeitet das Werk mit sogenannten „Big Data“ Analysen. Dabei werden hunderte von Messparametern aus der Produktion und Montage in Echtzeit aufgezeichnet und analysiert. Aus diesen Daten können ganz neue Rückschlüsse auf das Zusammenspiel der verschiedenen Prozessschritte gezogen werden. Daraus werden Vorhersagemodelle entwickelt, die bereits in der Fertigungsplanung auf mögliche Fehlerquellen im Produktionsprozess hinweisen.

Dadurch kann die Qualität der Prozesse und des Endprodukts permanent verbessert werden. Darüber hinaus verfügt nahezu jedes Bauteil über einen elektronischen Fingerabdruck. Jeder Prozessschritt, den das Werkstück im Produktionsprozess durchläuft, wird im „virtuellen Gedächtnis“ des Bauteils gespeichert. Alle im Werk Mandern hergestellten Stoßdämpfer verfügen am Ende über eine detaillierte und individuelle Herstellungshistorie, die eine Rückverfolgbarkeit des Produkts über seine gesamte Lebensdauer hinweg zulässt.

Das thyssenkrupp Bilstein Werk in Mandern ist einer der größten Arbeitgeber in der Region. Rund 1.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter produzieren dort derzeit jährlich über fünf Millionen Stoßdämpfersysteme für die internationale Automobilindustrie. Zudem bildet thyssenkrupp in Mandern derzeit rund vierzig junge Menschen in überwiegend technischen Berufen aus. Zu den wichtigsten Kunden des Standortes gehören Automobilhersteller wie Daimler, Porsche, Jaguar Land Rover und BMW.

Das Produktportfolio umfasst sowohl klassische passive Stoßdämpfer als auch modernste elektronisch verstellbare Systeme. Diese Stoßdämpfer erfassen über Weg- und Beschleunigungssensoren kontinuierlich jede Fahrzeugbewegung und stellen die Dämpferhärte automatisch für jedes einzelne Rad je nach Untergrund und Fahrverhalten individuell ein. Diese Systeme kommen in erster Linie in Fahrzeugen der Premiumklasse zum Einsatz und sorgen für ein Höchstmaß an Komfort und Agilität.

thyssenkrupp ist einer der führenden Hersteller von Stoßdämpfersystemen. Unter dem Markennamen Bilstein produziert und vertreibt das Unternehmen an insgesamt acht Standorten in Europa, USA und China diese Fahrwerkskomponente. Das Stoßdämpfergeschäft gehört zur Komponentensparte des Konzerns, die mit rund 34.000 Mitarbeitern weltweit Hightech-Komponenten für die Automobilindustrie und den Maschinenbau produziert. Im Geschäftsjahr 2017/2018 erzielte die Business Area Components Technology einen Umsatz in Höhe von rund 7,9 Milliarden Euro.